Wir feiern naturbewusstes Lifestyle mit einem lauten "... Schweigen... "
Stadt, Land, Fluss, Auto, Name, Beruf, Pflanze - dieses Spiel kennt nun wirklich jeder noch aus Kindheitstagen. Die Wahl der Begriffe, die individuell erweiter- und veränderbar sind, kann gut den Charakter des Spielers reflektieren: Besonders hippe Spieler fragten zum Beispiel "Kinofilm" oder "Schauspieler" oder "Edelstein" oder wasauchimmer.
Doch wie soll ich nun die Kurve zurück zu Kanada kriegen? Achja - die kanadische Variante dieses Spiels hieße wohl sicher "Staat, Provinz, Fluß, Berg, Süssspeise, Rasenmähermarke, Höhe/Länge des Autos, Baum-Art" - eeeh.
Im Ernst. Die Menschen hier in Banff spazieren einfach tagsüber ganz normal die Straße ihres süssen Örtchens hoch und runter, als sei die Riesen-Bergkulisse im Hintergrund vollkommen normal. Das ist doch eine Frechheit :-)
Die Banffer scheint es keinen Deut zu jucken, dass sie am Fuße eines 2.300m hohen Berges siedeln, dem
Sie lächeln stets freundlich den Touristen zu, die scharenweise (genau wie wir) mit Gondeln den Berg bezwingen und stolz wie Oskar oben am Gipfel tausendundein Foto machen. Von den Bergen, von sich selbst und den Ground Squirrels, die es auch in luftiger Höhe zuhauf gibt.
Wir jedenfalls können vom Anblick nicht genug bekommen. Zumal wir gar nicht so recht wissen, wohin genau wir eigentlich zuerst schauen sollen. Rechts, links, geradeaus, hoch, runter. Überall ist Wahnsinn!
Was für einen riesigen Heimvorteil die Menschen haben, die hier leben. Mitten in all den Natur, die fast schon zu schön ist. Wir merken allmählich, dass wir "runter" kommen. Runter auf die Erde, wo wir eigentlich auch hingehören. Der Stress im Kopf klärt sich langsam, wir werden entspannter, lachen wieder mehr, können auch genießen.
Wir haben uns angesteckt mit Alberta. Die vier Regentage in Calgary sind vergeben und vergessen. Längst schon. Witzigerweise sagt uns ein wirklich jeder, mit dem wir sprechen, dass Calgary sonst eher ein zu trockenes Stückchen Erde sei und es viel zu selten und viel zu wenig regne. Schade, dass wir dies nicht unterschreiben können.
Macht aber nichts. Denn die vergangenen beiden Tage, die entschleunigte Reise mit dem Wohnmobil durch den National Park und rauf auf die Berge beweits nach jeder Kurve, jedem Berg:
Natur sollte unbedingt ein Teil des urbanen Lifestyles sein. Denn ein jeder braucht seinen Ausgleich. Und der tut hier in den kanadischen Rockies unendlich gut. Einfach mal tieeeef einatmen und ausschwingen lassen. Wow - fast schon wie Yoga.
Heute Nachmittag haben wir eingecheckt in der
in Banff.
Wir haben wir eine eigene kleine Lodge mit Küche und Kamin. Jawohl, ein echter knirschender und wohlriechender Kamin wärmt uns am Abend die Füße. Großartig! Heute tagsüber waren es mindestens 20 Grad, und die Sonne in den Bergen brennt uns die Köpfe rot. Aber abends, sobald sie untergeht, schleicht sich eine bittere Kälte die Bergkämme hoch.
Am frühen Abend hatten wir einen Termin mit Linda Calabrese, der Chefköchin der Buffalo Mountain Lodge, nämlich dem Restaurant "Sleeping Buffalo". Die erzählt uns, was genau es mit der Rocky Mountain Cuisine auf sich hat und nimmt uns mit auf Entdeckungsreise durch ihre Küche. Wir schauen zu, wie eine herrliche Muschelsuppe mit Lachsparfait und Lobsterscheren zubereitet wird. Und zum Schluss dürfen wir die eigens angerichtete kleine Fleischplatte mit Hirschsalami, Entenstreifen, Leberpastete und Elchkruste genüsslich verspeisen. DANKE, Linda!
Sie lässt uns dazu einen Rotwein servieren, deren Etikett wir gleich fotografieren mussten: "Final Cut". Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor ;-) (Für alle, die es nicht wissen: Das ist das Schnittprogramm, mit dem wir alle Beiträge bearbeiten).
Ich wusste gar nicht, dass Apple jetzt auch in Wein macht ;-)
So, und wieder einmal heißt es:
Gut´s Nächtle, morgen geht das Abenteuer weiter.

