On the road again
Bevor wir heute früh aus der Buffalo Mountain Lodge auschecken, atmen wir noch einmal tief durch- das vorerst letzte Mal diese klare und süsslich duftende Rocky Mountain Luft.
Wir sagen allen ground squirrels brav "Tschüss", packen unsere Koffer und beladen den Wagen. Zum Glück passt alles dort hinein, wir hatten schon befürchtet, er sei zu klein.
Noch ein kurzer Abstecher zum Supermarkt in Banff, ein Paar Snacks und Wasser für den Weg - und los gehts in Richtung Edmonton.
Dafür müssen wir zunächst nach Calgary zurück, der Weg über die Autobahn ist wesentlich schneller als durch die Berge. Sehr gern hätten wir uns noch Jasper angeschaut. Doch das ist von Banff aus ca. 4 Stunden entfernt tiefer in die Berge hinein in Richtung Norden. Und von Jasper aus bis Edmonton wären es dann noch einmal 4 Stunden gewesen. Naja... man kann nicht alles haben, und schließlich haben wir schon sooo viel gesehen in den letzten vier Wochen.
Auf dem Highway passiert stundenlang nichts außergewöhnliches. Nachdem wir Stefans mp3-Player tatsächlich leer gehört haben, wechseln wir zu meinem iPod. Aber selbst der gibt nach zwei Stunden den Geist auf. Jetzt ist Schweigen angesagt - wir sind ohnehin ziemlich geschlaucht und müde.
Einzig eine Kuriosität neben den ständig überholenden LKWs auf dem highway sind die ab und an kurbelnden Radfahrer auf dem Standstreifen der Autobahn. Die haben Nerven - juckeln in voller Tour-de-France-Montur über die kanadischen Autobahnen. Verrückt!
Gegen Spätnachmittag kommen wir endlich an in Edmonton und finden (dank der sehr übersichtlichen Schachbrett-Straßen-Struktur) unser Hotel
// Metterra on Whyte //
auf Anhieb.
Gleich nebenan ist ein Mexikaner, der uns auch schon in Calgary aufgefallen ist ob der Heerscharen an Jungvolk, das unbedingt dort hinein will: Julio´s Barrio.
Draußen vor dem Laden stehen mindestens 40 Leute rum, die einen Riesenlärm verursachen. Kan uns egal sein, denken wir. Hauptsache rein ins Zimmer und ab unter die Dusche.
Den Partnern von Edmonson Tourism sei dank, bekommen wir ein "executive upgrade" aufs Zimmer. So checken wir schließlich in eine riesige Suite ein: Offene Küche, Wohnbereich und Schlafzimmer. Ein fetter Kamin, zwei Fernseher, eine gläserne Duschkabine mit Massagestrahlern und einer Wanne, die zum Jacoozi umfunktioniert werden kann. BOAH!
Einziger Wehrmutstropfen ist der tosende Lärm unter uns auf der 82. Straße. Wir sind hier mitten drin im hippen In-District von Edmonton UND es ist Freitagabend. Alle Paar Sekunden brettern aufgemotzte Harleys die Straße herunter, ganz abgesehen vom normalen Verkehr und den Verrückten aus Julio´s Barrio.
Wir beschließen neben Julio essen zu gehen: bei "Yannis", dem Griechen.
Wie in scheinbar ganz Kanada üblich, herrscht ein Heidenlärm in dem Restaurant. Vielleicht sind wir heute auch ein bisschen empfindlicher als sonst. Aber uns ist schon des Öfteren aufgefallen, dass in den meisten Lokalitäten (Restaurants, Bars etc.) der Lärmpegel weit über ein erträgliches europäisches Maß hinaus geht.
Aber es soll noch besser kommen: Hätten wir´s doch bloß nicht ausgesprochen. Schon ertönt ein Heidenzinober mit Bässen und Schalmeien unfassbaren Ausmaßes.
Die hauseigene Bauchtänzerin poltert lautstark mit ihren kastagnettenartigen Schellen aus der Küche in den Gastraum. Uns bleiben die Keftedes im Hals stecken! Oweiha, wie kann man nur so ein Pech haben.
Es stellt sich heraus, dass ihre Performance eine ganze halbe Stunde dauert. Genau die Zeit, die wir sehr gern einfach nur mit Essen und ein bisschen Genießen und Entspannen verbracht hätten. Aber nein, dies scheint uns verwehrt zu bleiben.
Also schlingen wir herunter, was auf dem Tisch steht, verzichten liebend gern auf den Nachtisch und fleeeezen uns im Hotel vor den Fernseher. Natürlich nicht ohne vorher alle Fenster verbarrikadiert zu haben. um dem Straßenlärm Einhalt zu gebieten. (Letzteres gelingt nur ungenügend.)
So, wieder einmal geht ein Tag hier in Kanada zu Ende. Uns bleiben noch zwei ganze Tage bis zu unserem Rückflug am Montag morgen aus Calgary. Doch dazu morgen mehr.
Gut´s Nächtle euch, morgen geht das Abenteuer zum vorletzten Mal weiter.

