Roadspotter

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About Roadspotter

Canadian Life Style Tour

Prologue

Daily Blog -         starts at 5 May

Week 1

Day 1 - leaving germany
Day 2 - Ottawa
Day 3 - ByWard Market and National Gallery
Day 4 - Demo-Day
What's new
Diary

Begegnungen der anderen Art

Heute war wieder einmal ein sehr ereignisreicher Tag in Ottawa. Obwohl wir erst eigentlich erst den dritten richtig ganzen Tag hier sind, kommt es uns vieeeeel länger vor. Kein Wunder. Wieder einmal sind wir viel zu früh aufgewacht, diesmal um 5 Uhr. Schade eigentlich, dass unsere Jetlag-Theorie doch nicht aufgegangen ist. Demnach hätten wir heute mindestens bis 8 Uhr schlafen sollen, und unser Biorythmus wäre wieder auf Normal Null.

Doch das einzige, dass völlig normal gegen Null tendiert, ist der Langeweilefaktor auf dieser unserer noch so jungen Tour. Kaum auf den Beinen haben wir heute morgen auch gleich eine Verabredung mit Michelle aus dem Restaurant "The E18teen" gehabt. Freundlich erzählt sie uns, dass die Besitzerin eigentlich Künstlerin ist und die wirklich tollen Bilder, die überall im Restaurant aushängen, von ihr stammen. Wir sind erstaunt.

Am Market vorbei, wo wir dann ausführlich frühstücken (mit einem Kaffee, der selbst Toten die Schuhe auszieht), schlendern wir satt und gestärkt in Richtung "Saigonese Art Gallery". Dort waren wir ja gestern schon, allerdings sprach der Mann nur gebrochenes Englisch und verwies und auf den heutigen Tag, da sein Sohn heute anwesend sei. War er auch. Michael Bach, ein Kanadier vietnamesischer Abstammung, ist eigentlich noch Student und hilft in der elterlichen Galerie aus. Alle Kunstwerke wie Bilder, Vasen und Schalen recherchieren und importieren die Bachs aus Vietnam mitten ins Herz von Ottawa. Wir filmen den Laden und sein Statement, bedanken und uns gehen zurück in Richtung Hotel.

Schon auf der Brücke über den Rideau Kanal hören wir aus der Ferne Menschenmassen skandieren. Wir laufen den Stimmen entgegen und finden und auf der großen Wiese vor dem Parlamentsgebäude wieder, mitten in einer landesweiten Demonstration gegen Abtreibung.

Ich kann es kaum glauben: Auf der linken Seite neben dem Haupteingang steht aufgereiht und aufpoliert eine Riege uniformierter älterer Herren mit Federpuscheln auf den Hüten vor einem Jahnenjunker, der mit stolz geschwellter Brust das Ahornblatt ganz senkrecht hält.

Ihnen gegenüber stehen die Demonstranten, an vorderster Front Heerscharen von Minderjährigen. Lauthals skandieren sie Zweizeiler gegen Abtreibung. Da stimmt doch was nicht...

Mit Kamera und Mikro bewaffnet stürzen wir uns in die Menge; erst in die Altherrenriga, dann in den Jungbrunnen. Beides hat seinen sehr eigenen Witz. Denn...

Die Altvorderen sind tatsächlich Vertreter eines weltweit 1,7 Millionen Mitglieder zählenden katholischen Männer-Ordens, der sich klar GEGEN Abtreibung ausspricht. Gut, mag jedem seine Meinung erlaubt sein. Doch bei einigen Exemplaren dieser "Knights of ..." mutmaße ich allen Ernstes: DIE haben sicher nieeeee in ihrem Leben eine Frau unabsichtlich geschwängert ;-) Und manche unter ihnen nicht einmal absichtlich.

Die Jungen auf der anderen Seite der Demo strotzen vor Energie und Gruppenzwang. Gut, auch ein Paar hormonelle Disharmonien könnten im Alter zwischen 16 und 20 eine Rolle spielen. Doch davon wollen die von uns Befragten nichts wissen, hauptsache GEGEN Abtreibung.

Wieso sie meint, das denn verurteilen zu dürfen, frage ich eine 16jährige. "Hast du denn überhaupt schon einmal Sex gehabt?" - "Nein", sagt sie. Aber sie kenne einige Fälle, die schon damit zu tun hatten.

Ich frage mich WOMIT: Mit Sex oder mit Abtreibung?!?!?!!!?!?!

Trotz aller Kontroversen sollte an dieser Stelle erwähnt werden. Wir hörten, dass bei einer Einwohnerzahl von ca. 36 Millionen Kanadiern jährlich 3.000.000 Abtreibungen stattfinden.

Von diesem undelikaten Thema hin zu einer kulinarischen Rafinesse, wie wir ihr im "SOCIAL Restaurant" begegnet sind. Chef Matt Hall ließ uns heute einen Blick in seine Küche werfen und war so freundlich, uns genau zu zeigen, wie man eigentlich ein ordentliches Steak brät.

Stefan, unser Kameramann, hatte anschließend das große Vergnügen, "Resteverwerter" zu sein, sprich also des Festmahl verspeisen zu dürfen. Das hatte er sich auch verdient, nachdem er mit Matt und mir eine geschlagene Viertelstunde bei gefühlten 286.097,34 Grad Celsius vor acht brennden Gas-Feuerstellen, einem befeuerten Ofen und einer laufenden Spülmaschine gedreht hat. Respekt!

So, liebe Leute, Zeit euch wieder was zu wünschen: Gut´s Nächtle, morgen geht das Abenteuer weiter.

 

 

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Day 5 - on our way to Kingston
Day 6 - in Kiiiiiingston Town...
Day 7 - all the way down

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